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Prävention - Früherkennung

Hepatitis – die versteckte Seuche und ihre Risiken

Hepatitis – die versteckte Seuche und ihre Risiken

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die früher Gelbsucht genannt wurde. Am häufigsten wird sie durch Viren verursacht. Infizierte Patienten wissen oft nichts von ihrer Krankheit. Im schlimmsten Fall führt die Erkrankung viele Jahre nach der Infektion durch die chronische Leberentzündung zu Leberkrebs oder zu Leberversagen. Es gibt mehrere Formen der Hepatitis, die drei häufigsten sind Hepatitis A, B und C. Gegen Hepatitis A und B ist eine Impfung empfehlenswert – gegen Hepatitis C gibt es hingegen noch keinen Impfstoff.


Was ist Hepatitis?

  • Mit Hepatitis bezeichnet man eine Gruppe von entzündlichen Erkrankungen der Leber. Durch die Entzündung kommt es zur Schädigung der Leberzellen und in der Folge zur gestörten Organfunktion. Es gibt viele Ursachen für eine Hepatitis. Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten können ebenso wie Autoimmunerkrankungen, Medikamente, Alkohol oder Chemikalien eine Hepatitis auslösen.
  • Am häufigsten wird eine Hepatitis durch Viren verursacht. Die häufigsten fünf Virustypen werden mit den Buchstaben A, B, C, D und E bezeichnet. Die Übertragung ist je nach Virustyp unterschiedlich. Die Hepatitis A ist die häufigste Form und wird wie die Hepatitis E durch Schmierinfektionen übertragen. Die Hepatitisformen B, C und D werden auf dem Blutwege und beim Sexualkontakt übertragen.

Hepatitis A

  • Hepatitis A kommt vor allem in Ländern mit geringem hygienischem Standard vor. Sie wird durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel verbreitet. Erhöhte Ansteckungsgefahr besteht auch in Mittelmeerländern (z. B. Türkei, Süditalien, Ägypten). Hepatitis A gehört zu den häufigsten Reisekrankheiten, daher auch die Bezeichnung „Reise-Hepatitis“.
  • Meistens verläuft Hepatitis A ohne Symptome. Die Patienten merken nicht, dass sie sich infiziert haben. Kommt es dennoch zu Beschwerden, leiden die Patienten an leichtem Fieber, Abgeschlagenheit, Übelkeit oder Beschwerden im Oberbauch. Haut und Augen können sich gelb verfärben, der Urin kann dunkel und der Stuhl hell werden.
  • Hepatits-A-Infektionen heilen in aller Regel komplett aus. Chronische Krankheitsverläufe wie bei anderen Hepatitis-Formen kommen so gut wie nie vor.
  • Gegen Hepatitis A schützt eine Impfung. Wer in Ländern rund ums Mittelmeer Urlaub macht oder in Regionen mit schlechtem Hygiene-Standard reist, sollte nur industriell abgefülltes Wasser trinken und auf durchgegartes Essen achten.

Hepatitis B

  • Hepatitis B wird überwiegend durch Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Vaginalsekret) übertragen. Deshalb birgt ungeschützter Sexualverkehr das größte Risiko einer Ansteckung mit Hepatitis B.
  • Hepatitis B führt nicht immer zu Krankheitssymptomen. Neben Abgeschlagenheit und Fieber sind Oberbauchschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen die häufigsten Beschwerden. Später können sich Haut und Augen gelb verfärben, der Urin kann dunkel und der Stuhl hell werden – die typischen Anzeichen einer Gelbsucht.
  • Hepatitis B kann akut oder chronisch verlaufen. Akut heißt: die Hepatitis heilt nach spätestens sechs Monaten komplett aus, was meistens der Fall ist.
  • Ungefähr zehn Prozent der Patienten erkranken jedoch chronisch. Damit werden sie zum Dauerträger des Virus und bilden eine lebenslange Ansteckungsquelle für andere Menschen. Bei einem Teil dieser Patienten entwickelt sich eine Schrumpfleber (Leberzirrhose). Die Leberzellen werden schleichend zerstört, sodass die Leber ihre wichtigen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Patienten mit einer Leberzirrhose drohen schwerwiegende Folgen bis hin zu Leberkrebs.
  • Das Hepatitis-B-Virus ist um ein Vielfaches ansteckender als der HI-Virus, der Erreger von Aids. Schon mikroskopisch kleine Hautverletzungen bieten den Erregern Schlupflöcher in die Blutbahn. Sicherster Schutz gegen Hepatitis B ist die Impfung.

Hepatitis C

  • Hepatitis C wird vor allem über Kontakt mit infiziertem Blut übertragen, zum Beispiel durch kleine Verletzungen (Hauteinrisse) bei Intimkontakten, durch den Austausch von Spritzen bei Drogenabhängigen sowie beim Tätowieren oder Piercing, wenn die Hygiene nicht stimmt.
  • Infizierte Patienten fühlen sich abgeschlagen, leiden unter Muskel- und Gelenkschmerzen, Schmerzen im Oberbauch und leichtem Fieber. Haut und Augen können sich gelb verfärben, der Urin kann dunkel, der Stuhl hell werden – die typischen Symptome einer Gelbsucht.
  • Bei mehr als der Hälfte der Patienten geht die Erkrankung in eine chronische Phase über, die über Jahrzehnte schleichend verlaufen kann. Die Patienten fühlen sich müde und abgeschlagen oder klagen über Oberbauchbeschwerden und Gelenkentzündungen. Bei etwa jedem fünften Patienten bildet sich eine Schrumpfleber (Leberzirrhose), die Leberkrebs auslösen kann.
  • Gegen Hepatitis C gibt es noch keinen Impfstoff. Deshalb haben hygienische Maßnahmen oberste Priorität. Dies ist besonders wichtig bei Tätowierungen oder Piercings. Auch Injektionsnadeln dürfen immer nur einmal benutzt werden. Die Drogenhilfe gibt sterile Einmalspritzen und -kanülen aus. Beim Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern sollten immer Kondome verwendet werden.
  • Keinesfalls Rasiersachen, Zahnbürsten, Nagelscheren und dergleichen von erkrankten Menschen benutzen. Schon mikroskopisch kleine Hautverletzungen bieten Erregern Schlupflöcher in die Blutbahn.

Welche Hepatitis-Formen gibt es noch?

  • Hepatitis D wird wie Hepatitis B über den Blutweg und ungeschützte Intimkontakte übertragen. In Deutschland ist die Hepatitis D selten. Weltweit gibt es aber Regionen (z. B. Süditalien, Rumänien, Türkei, naher Osten), in denen Hepatitis D gehäuft vorkommt. Die Impfung gegen Hepatitis B schützt zugleich gegen Hepatitis D. Bei Intimkontakten mit wechselnden Partnern sollten stets Kondome benutzt werden. Auch sie schützen vor einer Infektion.
  • Hepatitis E kommt in Süd- und Mittelamerika, Asien und Nordafrika vor und wird wie Hepatitis A über verunreinigte Lebensmittel übertragen. Für Reisende kann Hepatitis E gefährlich werden. Hygienische Standards (z. B. industriell abgefülltes Trinkwasser in versiegelten Flaschen und durchgegarte Speisen) müssen daher unbedingt eingehalten werden, da es noch keine Impfung gegen Hepatitis E gibt.

Infektionen mit Hepatitisviren sind tückische Erkrankungen. Sie verursachen nicht immer Beschwerden. Deshalb wissen viele Patienten nichts von ihrer Krankheit. Die Viren können trotzdem schwere Leberentzündungen verursachen, bis hin zu Leberzirrhose, Leberkrebs oder Leberversagen.

  • Lassen Sie sich deshalb gegen Hepatitis A und B impfen!
  • Halten Sie hygienische Standards auch in Urlaubsländern so weit wie möglich ein!

Publikationsdatum:   12.01.13
Datum geändert:  20.04.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

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