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Prävention - Früherkennung

Herzmuskelschwäche – und was man tun kann

Herzmuskelschwäche – und was man tun kann

Bei einer Herzmuskelschwäche, von Medizinern auch Herzinsuffizienz genannt, kann das Herz nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen, um ihn ausreichend mit Sauerstoff und den notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Ursache ist häufig ein vorangegangener Herzinfarkt oder ein seit Jahren erhöhter Blutdruck. Eine einmal eingetretene Herzinsuffizienz wird immer weiter bestehen. Als Patient kann man aber viel tun, um ein Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und um die Lebensqualität zu erhalten.


Wie macht sich eine Herzschwäche bemerkbar?

  • Ein häufiges Symptom von Herzschwäche ist Atemnot. Diese kann bei körperlicher Belastung wie beispielsweise Treppensteigen, aber auch in völliger Ruhe auftreten.
  • Daneben kann es zu Wasseransammlungen in den Beinen oder an anderen Körperstellen kommen. Im fortgeschrittenen Stadium kann auch die Lunge betroffen sein – dann verstärkt sich dadurch eine bereits bestehende Kurzatmigkeit. Neben der Lunge sind häufig auch Knöchel und Unterschenkel betroffen.
  • Man teilt die Herzschwäche in verschiedene Stufen bzw. Schweregrade von I bis IV ein, je nachdem ob die Beschwerden erst nach Belastung oder schon in Ruhe auftreten.

 

Was kann man als Patient bei Herzschwäche tun?

  • Wasseransammlungen im Körper lassen sich frühzeitig durch eine regelmäßige Gewichtskontrolle feststellen. Dafür sollte man sich täglich zur gleichen Uhrzeit und mit annähernd gleicher Bekleidung auf die Waage stellen und das Gewicht notieren. Wer ein Kilogramm oder mehr über Nacht beziehungsweise mehr als 2,5 Kilogramm in einer Woche zunimmt, sollte den Hausarzt aufsuchen. Er kann dann entsprechende Maßnahmen einleiten und dadurch ernsthafte Komplikationen oder einen drohenden Krankenhausaufenthalt frühzeitig vermeiden.
  • Die Ernährung sollte insgesamt kochsalzarm sein. Denn Salz bindet Wasser im Körper und belastet dadurch das Herz zusätzlich. Bei Tisch sollte man grundsätzlich nicht nachsalzen und auf stark gesalzene Speisen wie Salami, rohen Schinken, Fertigprodukte, Kartoffelchips und andere salzige Knabbersachen verzichten. Kräuter sind eine Alternative zum Würzen. Das bedeutet eine gewisse Umstellung, doch nach einigen Wochen haben sich die meisten Patienten an diesen Geschmack gewöhnt. Daneben sollte man leicht verdauliche Kost bevorzugen und diese auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag aufteilen.
  • Die Trinkmenge sollte eingeschränkt werden. Bei einem schwachen Herzen reichen in der Regel täglich 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit.
  • Rauchverbot: Ganz wichtig bei allen Erkrankungen des Herzens ist die Einhaltung eines strikten Rauchverbots. Durch das Rauchen werden der Körper und somit auch das Herz mit weniger Sauerstoff versorgt. In der Folge nehmen Beschwerden aufgrund einer Herzschwäche zu. Informationen über Programme, wie man sich das Rauchen abgewöhnen kann, gibt es beim Hausarzt.
  • Körperliche Aktivitäten in Maßen und kontrollierter Sport bekommen den meisten Patienten mit Herzschwäche sehr gut. An vielen Orten gibt es Herzsportgruppen, die unter fachlicher Anleitung Sport treiben. Es ist jedoch vorher immer mit dem behandelnden Arzt abzusprechen, wie weit die körperliche Belastung gehen darf. Als Orientierung kann man sich merken, dass alle Tätigkeiten erlaubt sind, bei denen man sich noch mühelos unterhalten kann.
  • Impfungen können vorbeugen! Kommt zur Herzschwäche noch ein Atemwegsinfekt hinzu, steigt das Risiko von Komplikationen. Daher ist es sinnvoll, sich einmal im Jahr gegen Grippe impfen zu lassen. Empfehlenswert ist auch eine Impfung gegen Pneumokokken, die Erreger bestimmter Lungenentzündungen. Diese Impfung muss nur alle sechs Jahre wiederholt werden.

Was macht der Arzt bei einer Herzschwäche?

  • Bei einer Herzschwäche kann der Arzt je nach Patient und Situation unter verschiedenen Arzneimittelklassen wählen. Hierzu zählen:
    • ACE-Hemmer
    • AT1-Antagonisten
    • Betablocker
    • wassertreibende Medikamente (Diuretika)
    • Herzglykoside (Digitalis).
  • Diese Mittel verbessern die Beschwerden bei einer Herzschwäche spürbar. Häufig vergehen aber einige Wochen, bis dies auch der Patient selbst bemerkt. Daher ist es wichtig, die Medikamente regelmäßig einzunehmen, auch wenn sich die Beschwerden noch nicht gebessert haben. Auf keinen Fall sollte man Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen!
  • Treten Nebenwirkungen auf, sollten Sie auch darüber zuerst mit Ihrem Arzt sprechen. Er kann feststellen, ob die Symptome wirklich von dem Medikament herrühren und ob ein Medikamentenwechsel sinnvoll ist.

Begleiterkrankungen und Risikofaktoren

  • Eine Herzschwäche ist oft die Folge von anderen Erkrankungen. Daher ist die Untersuchung von Risikofaktoren und deren Behandlung sehr wichtig. Dazu gehören die arterielle Hypertonie, die Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette), der Diabetes mellitus) und eine Erkrankung der Herzkranzgefäße (KHK).

Folgendes muss bei Herzschwäche beachtet werden:

 

  • Wiegen Sie sich täglich und verständigen Sie Ihren Hausarzt bei einer plötzlichen Gewichtszunahme.
  • Ernähren Sie sich kochsalzarm.
  • Geben Sie das Rauchen auf.
  • Treiben Sie kontrolliert Sport.
  • Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein

Stand 08.2010

Publikationsdatum:   12.01.13
Datum geändert:  20.04.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

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