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Prävention - Früherkennung

Ist es EHEC oder etwas anderes?

Ist es EHEC oder etwas anderes?

Nicht jeder plötzliche Bauchschmerz, der auch mit Durchfall verbunden ist, sollte zur Besorgnis führen. Magen-Darm-Infekte sind etwas Häufiges. Meist stecken harmlose Erreger dahinter und die Beschwerden sind nach einigen Tagen wieder verschwunden. In manchen Fällen, wie beim Auftreten von blutigem Durchfall, ist es aber ratsam einen Arzt aufzusuchen.


Welche Arten von Magen-Darm-Infekten gibt es?

Magen-Darm Erkrankungen sind etwas sehr Häufiges.  Durchfälle können durch Bakterien und Viren hervorgerufen werden. Verbreitet sind Lebensmittelvergiftungen durch Bakterien wie Staphylokokken bzw.  Salmonellen aber auch den Norovirus.  Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind eine Bakterienart, die ebenfalls Durchfälle verursacht. Beim gehäuften Auftreten von EHEC im Frühjahr 2011 tritt eine spezielle Form, die als Stamm „O104:H4“ („HUSEC041“) bezeichnet wird, auf. Diese Form führt vermehrt zu schweren Verläufen.

Vorbeugung ist entscheidend!

Eine besonders wichtige Maßnahme zur Vorbeugung ist eine entsprechende Hygiene und der richtige Umgang mit Nahrungsmitteln.

  • Die Hände sollten vor und zwischen den Arbeitsschritten in der Küche mit Seife und heißem Wasser gewaschen werden. Da Erreger auch durch das Verschmieren infizierter Körpersekrete wie Speichel, Stuhl oder Urin übertragen werden, ist mehrmals tägliches Händewaschen sowieso anzuraten.
  • Viele Erreger werden über rohe Lebensmittel verbreitet. Im Zusammenhang mit EHEC wird eine Verbreitung über Gemüse wie Gurken, Tomaten und Sprossen vermutet. Daher sollten diese Lebensmittel zunächst gemieden werden.
     Alle Lebensmittel sollten gründlich unter fließendem warmem Wasser gewaschen und  wenn möglich auch geschält werden. Die Bakterien werden dadurch nicht komplett beseitigt, aber deutlich verringert.
  • Bei der Zubereitung von Speisen können Erreger von einem Lebensmittel auf weitere übertragen werden. Daher sollten Schneidebretter, Messer und Arbeitsflächen zwischen den Zubereitungsschritten gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden.
  • Erreger werden durch Erhitzen für 10 Minuten auf mindestens 70°C abgetötet. Daher sollten Speisen gut gekocht werden, sofern das möglich ist. Kälte schadet den meisten Erregern nicht.

 

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Durchfall wird im Wesentlichen mit  ausreichender Flüssigkeitszufuhr behandelt.  Wenn die Beschwerden nach einigen Tagen nicht besser geworden sind und man sich weiterhin sehr krank fühlt, sollte man einen Arzt aufsuchen. Alarmzeichen, bei denen man sofort zum Arzt gehen sollte, sind blutiger Durchfall, Verwirrtheitszustände, auffallende Blässe, Wassereinlagerungen in den Beinen (so genannte Ödeme) oder das Auftreten von Blutungen in der Haut in Form von blauen Flecken oder kleinen roten Punkten (so genannten Petechien).

 

Was macht der Arzt?

Der Arzt wird zunächst nach dem genauen Verlauf der Beschwerden fragen. Je nach Verlauf und besonders wenn der Durchfall blutig ist, wird der Arzt eine Stuhlprobe zur Untersuchung in ein Labor senden. Das Ergebnis liegt meist am nächsten Tag vor. Zusätzlich wird der Arzt gegebenenfalls eine Blutprobe abnehmen. In manchen Fällen werden auch spezielle Untersuchungen wie ein Schnelltest auf bestimmte Erreger vorgenommen oder eine Darmspiegelung empfohlen.
Der Arzt wird auch nach dem Beruf fragen. Bei manchen Durchfallerkrankungen wie auch EHEC gelten besondere Meldepflichten. Betroffene, die beispielsweise in der Gastronomie oder im Gesundheitswesen arbeiten, dürfen während der Erkrankung wegen der Ausbreitungsgefahr nicht arbeiten. Erkrankungen müssen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wie erfolgt die Behandlung?

Durchfall führt zu Flüssigkeitsverlust. Daher ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Patienten sollten viel Wasser und ergänzend gesüßten Tee trinken. Zusätzlich kann eine Elektrolytlösung die Heilung unterstützen, die als fertiges Konzentrat in Apotheken erhältlich ist und den Mineralhaushalt ausgleicht. Nur selten sind Infusionen in einem Krankenhaus nötig.

 

Medikamente sind meist nicht nötig. Eine Antibiotikatherapie birgt sogar die Gefahr der Befundverschlechterung, da durch sie vermehrt bakterielle Gifte freigesetzt werden können. Nur bei bestimmten Erregern wird der Arzt ein Antibiotikum verordnen.

Die Mehrzahl der Durchfallerkrankungen, auch EHEC-Infektionen, verläuft ohne schwerwiegende Komplikationen. Komplikationen von EHEC wie das hämolytisch-urämische Syndrom erfordern allerdings eine sofortige Behandlung im Krankenhaus.

Stand 06.2011

Publikationsdatum:   12.01.13
Datum geändert:  10.06.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

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