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Prävention - Früherkennung

Leitfaden für Patienten nach Schilddrüsen-Operation

Leitfaden für Patienten nach Schilddrüsen-Operation

Die Schilddrüsen-Operation ist mittlerweile ein Routineeingriff und gehört mit zu den häufigsten Operationen überhaupt. Sie erfolgt unter Vollnarkose des Patienten. Komplikationen sind insgesamt selten. Im Anschluss an die Operation ist meist die regelmäßige Einnahme von Medikamenten erforderlich.


Die Schilddrüse

  • Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das im Hals vor der Luftröhre und unterhalb des Kehlkopfes liegt.
  • Sie produziert die beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), welche für den menschlichen Organismus lebensnotwendig sind.

Wann ist eine Schilddrüsen-Operation notwendig?

  • Die häufigste Ursache einer Schilddrüsen-Operation ist eine vergrößerte Schilddrüse (Kropf, der Arzt spricht auch von Struma). Sie kann so groß werden, dass sie auf Luft- oder Speiseröhre drückt und dadurch zu Beschwerden führt.
  • Besteht ein Kropf bereits seit längerer Zeit, haben sich zudem häufig Knoten in der Schilddrüse gebildet, die sich mithilfe von Medikamenten nicht mehr zurückbilden. Deshalb kann auch hier eine Operation notwendig sein.
  • Es gibt verschiedene Formen von Schilddrüsenknoten:
    • Kalte Knoten, Bereiche in der Schilddrüse, die gar keine Hormone produzieren, sind immer verdächtig. Sie können eine bösartige Veränderung bedeuten.
    • Heiße Knoten dagegen produzieren Hormone unabhängig vom Bedarf des Körpers und können so zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen.
  • Bei Schilddrüsenvergrößerungen und Schilddrüsenknoten wie auch bei Morbus Basedow, einer Erkrankung mit einer Schilddrüsenüberfunktion, wird vom Arzt je nach Befund und Krankheitsstadium zu einer Operation geraten. Je nach Befund wird ein Teil des Schilddrüsengewebes oder das gesamte Organ entfernt. Bei Schilddrüsenkrebs beispielsweise muss die gesamte Schilddrüse entfernt werden.
  • Ein Leben ohne Schilddrüse ist ohne Probleme möglich. Eine regelmäßige Kontrolle und Medikamentengabe ist jedoch unbedingt erforderlich.

Kurz nach dem Eingriff

  • Nach einer Schilddrüsen-Operation erholen sich die Patienten in der Regel schnell. Bei einem unkomplizierten Verlauf werden sie meist nach etwa fünf Tagen aus dem Krankenhaus entlassen.
  • Kurz nach der Operation kann die Stimme noch schwach und heiser klingen. Dies liegt daran, dass während der Operation der Stimmbandnerv, der ganz nah an der Schilddrüse verläuft, gereizt wurde. Die Reizung des Nervs reduziert sich aber in der Regel nach kurzer Zeit.
  • In der ersten Zeit nach der Operation sollten Patienten keine schweren Lasten heben oder tragen und ruckartige Kopfbewegungen vermeiden. Nach durchschnittlich zwei bis drei Wochen können sie die Arbeit wieder aufnehmen, allerdings kann dieser Zeitraum individuell sehr verschieden ausfallen.

Langfristig zu beachten

  • Ist die Schilddrüse vergrößert oder knotig, wird sie häufig nicht komplett entfernt, sondern es verbleibt ein Rest Schilddrüsengewebe im Hals. Dieses Gewebe ist weiterhin fähig, Schilddrüsenhormone zu produzieren.
  • Im Anschluss an eine Operation werden Größe und Funktion dieser Restschilddrüse bestimmt. Produziert sie nicht genügend Hormone, muss der Patient zusätzlich Tabletten einnehmen, um den Mangel auszugleichen.
  • Damit sich die Restschilddrüse nicht erneut zum Kropf ausbildet, verschreibt der Arzt häufig zusätzlich Jodtabletten. Schilddrüsenhormon und Jod können als Kombinationspräparat eingenommen werden, sodass der Patient nur eine Tablette schlucken muss. In manchen Fällen reicht es auch schon aus, nur die Jodtabletten zu nehmen.
  • Neben den Medikamenten sollten Patienten darauf achten, dass sie mit der Nahrung genügend Jod zu sich nehmen. Deshalb ist der regelmäßige Verzehr von Seefisch, Milch und Milchprodukten sowie die Verwendung von jodiertem Speisesalz ratsam.
  • Reicht die Hormonproduktion der Restschilddrüse nicht aus oder wurde die Schilddrüse komplett entfernt, so muss man die Schilddrüsenhormone in Tablettenform lebenslang einnehmen. Sie verhalten sich genau wie die von der Schilddrüse produzierten Hormone und haben kaum unerwünschte Nebenwirkungen. Sie sind daher gut verträglich. Patienten sollten lediglich darauf achten, die Tabletten regelmäßig in der vom Arzt verordneten Dosierung einzunehmen. Nach Möglichkeit sollte man die gesamte Tagesration morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück einnehmen.
  • Nimmt man die Schilddrüsenhormone nicht regelmäßig ein, kommt es nach Tagen oder wenigen Wochen zu Beschwerden aufgrund eines Hormonmangels. Die Patienten fühlen sich schlapp und müde, frieren leicht, bekommen Verstopfung und nehmen zu. Wassereinlagerungen führen zusätzlich zu Schwellungen der Hände und im Gesicht.
  • An der Schilddrüse operierte Patienten sollten unbedingt zu den vom Arzt angeordneten Kontrolluntersuchungen gehen. Hier wird überprüft, ob die Dosierung der Medikamente noch ausreichend ist und ob sich die Restschilddrüse unter Umständen wieder vergrößert hat.

Nachbetreuung bei Schilddrüsenkrebs

  • War die Schilddrüse bösartig verändert (Schilddrüsenkrebs), sind nach der Operation und Nachbehandlung alle sechs Monate Kontrolluntersuchungen erforderlich. Es ist sehr wichtig, regelmäßig daran teilzunehmen. Bei diesen Untersuchungen fahndet der Arzt danach, ob der Krebs erneut aufgetreten ist und ob sich eventuell Tochtergeschwülste gebildet haben.

 

Nach einer Schilddrüsenoperation ist es wichtig, die vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen. Andernfalls kann es zu Beschwerden kommen.

Publikationsdatum:   12.01.13
Datum geändert:  27.04.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

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