Zum Inhalt
Sie befinden sich hier:  Home  > Weitere Informationen  > Prävention - Früherkennung

Weitere Informationen

Prävention - Früherkennung

Medikamentöse Therapie gegen Bluthochdruck

Medikamentöse Therapie gegen Bluthochdruck

Ziel der medikamentösen Hypertonie-Behandlung ist es, den Blutdruck auf Werte unter 140/90 mm/Hg zu senken. Dazu steht eine Reihe von erprobten Medikamenten zur Verfügung. Reicht die Therapie mit einem Wirkstoff nicht aus, so wird es nötig eine Kombination verschiedener Medikamente zu verordnen.


Warum Medikamente?

  • Wenn der Blutdruck durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten allein nicht ausreichend gesenkt werden kann, wird der Arzt zusätzlich Medikamente verschreiben. Dank der großen Auswahl an effektiven Wirkstoffen lässt sich ein erhöhter Blutdruck in den meisten Fällen erfolgreich behandeln.
  • Wichtig ist, dass die medikamentöse Therapie auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt ist. Ausschlaggebend sind dabei das Alter, die Höhe des Blutdrucks und ob weitere Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Atemwegserkrankungen oder Neigung zu Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme) vorliegen.
  • Außerdem wird auf mögliche Nebenwirkungen geachtet, die von Medikament zu Medikament unterschiedlich sein können.
  • Die medikamentöse blutdrucksenkende Therapie orientiert sich im Allgemeinen an den Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga.
  • Bei Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck sollte zunächst eine Monotherapie, d. h. eine Behandlung mit nur einem Wirkstoff erfolgen.
  • Wenn der Blutdruck mit einem einzelnen Wirkstoff nicht ausreichend gesenkt werden kann, muss eine Kombinationstherapie mit zwei oder auch drei Bluthochdruckmedikamenten eingeleitet werden.

 

Eine Tablette – mehrfache Wirkung

  • Mehr als die Hälfte der Patienten muss im Laufe der Zeit mehr als ein Blutdruckmedikament einnehmen.
  • Mittlerweile gibt es Medikamente, die mehrere  Wirkstoffe in einer Tablette enthalten. Solche Medikamente enthalten gut erprobte Wirkstoffkombinationen beispielsweise aus Diuretikum und ACE-Hemmer bzw. AT1-Antagonisten.

Wann hilft welches Medikament?

  • Blutdrucksenkende Medikamente setzen an verschiedenen Punkten an: Erweiterung der Blutgefäße, Reduzierung der Flüssigkeitsmenge in den Blutbahnen oder Blockierung der Körperreaktionen auf Stress.
  • Zur effektiven Senkung von erhöhtem Blutdruck stehen deshalb unterschiedliche Medikamentenklassen wie Diuretika, Betablocker, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer und AT1 -Antagonisten (Sartane) zur Verfügung.
 
 

 

Diuretika

    • Ein Diuretikum ist oft das erste Medikament, mit dem ein hoher Blutdruck behandelt wird.
    • Dieses unter dem Namen „Wassertabletten" bekannte Medikament regt die Nieren an und führt so zu einer vermehrten Ausscheidung von Wasser und Salz. Dadurch verringert sich die Flüssigkeitsmenge im Körper und der Blutdruck sinkt.

ACE-Hemmer

    • ACE-Hemmer senken den Blutdruck, indem sie die Bildung des sog. Angiontensin-Converting-Enzyms (ACE) hemmen. Dadurch führen sie zur Abnahme von Angiotensin II im Blut.
    • Angiotensin II ist ein körpereigener Botenstoff, der die Blutgefäße verengt und so den Blutdruck ansteigen lässt.

AT1-Antagonisten

    • AT1-Antagonisten sind eine neuere Substanzklasse der blutdrucksenkenden Medikamente.
    • AT1-Antagonisten heißen auch Angiotensin-II-Rezeptor-Subtyp-1-Antagonisten, AT1-Rezeptorantagonisten oder Angiotensin-Rezeptorblocker.
    • Sie sind eine Art Weiterentwicklung der ACE-Hemmer. Sie senken den Blutdruck auf ähnliche Weise wie die ACE-Hemmer, blockieren aber direkt das Angiotensin II.
    • AT1--Antagonisten zeichnen sich durch eine sehr gute Verträglichkeit und eine unkomplizierte Einnahme aus - eine Tablette pro Tag genügt.

Betablocker

    • Betablocker vermindern die Wirkung von Stresshormonen, so dass das Herz langsamer schlägt und entlastet wird. Der Blutdruck sinkt.

 

Kalziumantagonisten

    • Kalziumantagonisten bremsen die Wirkung von Kalzium in den Muskeln der Gefäßwände. Auf diese Weise wird der Grad der Anspannung niedriger, die Gefäße entspannen und weiten sich, der Blutdruck sinkt.

Zur effektiven Senkung eines erhöhten Blutdrucks stehen unterschiedliche Medikamente wie Diuretika, Betablocker, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer und AT1 -Antagonisten zur Verfügung. Die Entscheidung des Arztes für ein entsprechendes Präparat hängt von verschiedenen Faktoren ab, u. a. vom Lebensalter des Patienten und eventuell diagnostizierten Begleiterkrankungen. Parallel zur medikamentösen Therapie sollten risikoauslösende Faktoren aber immer auch durch eine entsprechende gesunde Lebensführung reduziert werden.

Stand 08.2010

Publikationsdatum:   12.01.13
Datum geändert:  27.04.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

SchwerpunkteMehr

Ähnliche Dokumente

Informationen zur Aneurysma-Ruptur
Informationen zur Aneurysma-Ruptur
Ein Aneurysma ist eine Schwachstelle in der Arterienwand. Eine Ruptur führt zu Blutungen mit unterschiedlichen Folgen.
Weiterlesen
Text
Was tun bei Verdacht auf Herzinfarkt?
Was tun bei Verdacht auf Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt ist immer ein lebensbedrohlicher Notfall. Daher muss unverzüglich ein Notarzt gerufen werden (Telefonnummer: 112). Keinesfalls sollte man längere Zeit warten, ob sich die Beschwerden eventuell bessern. Zudem sollten Helfer den Patienten nicht mit dem eigenen Auto oder mit einem Taxi in die Klinik fahren. Bei einem Herzinfarkt ist es wichtig, dass die Therapie so schnell wie möglich eingeleitet wird.
Weiterlesen
Text
Was ist ein EKG?
Was ist ein EKG?
Ein EKG (Elektrokardiogramm) ist eine einfache, schmerzfreie und schnell durchzuführende Untersuchung, mit der man verschiedene Erkrankungen und Funktionsstörungen des Herzens entdecken kann. Der Arzt leitet ein EKG bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen und andere Erkrankungen des Herzens, zur Kontrolle eines Herzschrittmachers, als Routineuntersuchung vor einer Operation und im Rahmen der Gesundheitsvorsorge beim Hausarzt ein.
Weiterlesen
Text

Diese Website ersetzt keinen Arztbesuch!