Zum Inhalt
Sie befinden sich hier:  Home  > Weitere Informationen  > Prävention - Früherkennung

Weitere Informationen

Prävention - Früherkennung

Stress und Krebsentstehung

Stress und Krebsentstehung

Kann seelischer oder körperlicher Stress die Entstehung von Krebs fördern? Diese Frage taucht immer wieder auf. Die Vermutung, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Stress und der Krebsentstehung besteht, konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden. Möglicherweise ist Stress aber indirekt an der Entstehung von Krebs beteiligt. Denn unter Dauerstress verhalten sich viele Menschen gesundheitsschädigend. Sie rauchen mehr, greifen häufiger zu Alkohol oder bewegen sich weniger.


Was ist Stress?

  • Medizinisch betrachtet ist Stress eine Alarmreaktion des Körpers, bei der der gesamte Organismus aktiviert wird und auf Hochtouren läuft. Der Körper schüttet Stresshormone wie Adrenalin ins Blut aus. Die Folge: Der Herzschlag wird schneller, der Blutdruck und der Blutzuckerspiegel steigen an.
  • Mit der Reaktion auf Stress stellt der Körper in Belastungssituationen viel Energie bereit und kurbelt alle lebenswichtigen Körperfunktionen an. Was jeder einzelne Mensch als Stress empfindet, kann sehr unterschiedlich sein. Was den einen Menschen belastet, wird vom anderen möglicherweise als spannend und angenehm empfunden – etwa der Flug in den Urlaub. Es hängt also viel davon ab, wie man mit Stressauslösern (Stressoren) umgeht.

Krebsentstehung und Stress

  • Ausgeprägte Stressreaktionen im Körper können nach längerer Zeit durchaus körperliche Schäden anrichten. Nachgewiesen ist die Rolle von Stress beispielsweise bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten.
  • Für die direkte Rolle von Stress bei der Entstehung von Krebs konnte dagegen kein wissenschaftlicher Beweis erbracht werden. In den letzten Jahren wurden mehrere Studien an großen Bevölkerungsgruppen nach langer Beobachtungsdauer abgeschlossen. Es gab weder einen Hinweis auf eine Häufung von Krebserkrankungen nach anhaltendem Alltagsstress noch nach einmaligem außergewöhnlichen Stress wie etwa dem Tod eines engen Familienmitglieds.
  • Die Wissenschaftler untersuchten beispielsweise den Einfluss von Stress auf die Entstehung von Brustkrebs. Bei Frauen, die viel Stress erlebten, fanden sie sogar eine niedrigere Krebsrate. Es wird vermutet, dass durch den gestörten Monatszyklus und den damit erniedrigten Spiegel des weiblichen Sexualhormons Östrogen auch das Risiko für bestimmte Krebsarten wie z. B. Brustkrebs gesenkt wurde. Eine generelle Aussage lässt sich hieraus aber nicht ableiten.

Wann schadet Stress?

  • Chronischer Stress kann indirekt zu einer Lebensweise führen, die manche Krebserkrankungen begünstigt. Um den Stress auszuhalten, greifen viele Menschen zu kurzfristigen „Helfern“ wie Medikamenten, Alkohol oder Drogen. Sie essen ungesünder und rauchen mehr. Auch Sport und Bewegung werden vernachlässigt, es entsteht Übergewicht. Diese Lebensweise verändert die Stoffwechsel- und Regulationsabläufe und wirkt langfristig betrachtet allgemein krankheitsfördernd – und damit steigt auch das Risiko einer Krebserkrankung.

Was hilft gegen Stress?

  • Stress ist ein unvermeidlicher Teil des Lebens, der sich nicht einfach abschalten lässt. Man kann jedoch lernen, mit stressauslösenden Faktoren anders umzugehen. Es gibt unterschiedliche Programme zum Stressabbau, zugeschnitten auf die verschiedensten Lebenssituationen. Die meisten Programme setzen ihren Schwerpunkt auf das Erkennen und Abbauen von stressauslösenden Faktoren. Auch schützende und gesundheitsfördernde Lebensweisen kommen nicht zu kurz. Körperliche Bewegung wie etwa Sport nach einem anstrengenden und stressigen Arbeitstag hilft, den Stress wieder abzubauen.

Ein direkter Zusammenhang zwischen chronischem Stress und einem erhöhten Krebsrisiko ist wissenschaftlich nicht belegt. Eine ungesunde Lebensweise bei Stress und beispielsweise Rauchen führt indirekt zu einem erhöhten Krebsrisiko. Bewusster Umgang mit Stress fördert dagegen in mehrfacher Hinsicht eine gesunde Lebensweise.

Publikationsdatum:   12.01.13
Datum geändert:  17.05.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

SchwerpunkteMehr

Ähnliche Dokumente

Richtiges Verhalten bei Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie
Richtiges Verhalten bei Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie
Jede Krebstherapie bringt neben der eigentlichen Wirkung auch Nebenwirkungen mit sich. Die moderne Medizin verfügt jedoch über eine ganze Reihe von Möglichkeiten, solche Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie zu verhindern oder sie zu behandeln. Für den Patienten ist es wichtig, über die Nebenwirkungen Bescheid zu wissen, damit er sie besser erkennen und unter Umständen auch vermeiden kann.
Weiterlesen
Text
Schmerzen bei Krebserkrankungen
Schmerzen bei Krebserkrankungen
Viele Krebspatienten leiden unter Schmerzen. Diese muss heute niemand mehr einfach aushalten. Es gibt inzwischen viele Möglichkeiten, die Schmerzen in den Griff zu bekommen.
Weiterlesen
Text
Wann ist eine Strahlentherapie angezeigt?
Wann ist eine Strahlentherapie angezeigt?
Bei einer Krebserkrankung gibt es drei wichtige Formen der Behandlung: Operation, Medikamente und die Bestrahlung des Tumors. Die Strahlentherapie (auch Radiotherapie) kann vor einer Operation angewendet werden, um den Tumor zu verkleinern und so die Operation zu erleichtern. Oder sie wird im Anschluss an die Operation durchgeführt, um eventuell übrig gebliebene Krebszellen zu zerstören. Einige Krebsarten können auch allein durch Bestrahlung geheilt werden.
Weiterlesen
Text

Diese Website ersetzt keinen Arztbesuch!