Zum Inhalt
Sie befinden sich hier:  Home  > Weitere Informationen  > Prävention - Früherkennung

Weitere Informationen

Prävention - Früherkennung

Was ist eine Schilddrüsenentzündung?

Was ist eine Schilddrüsenentzündung?

In der Fachsprache heißt eine Schilddrüsenentzündung Thyroiditis. Hiervon gibt es drei Formen: Hashimoto-Thyroiditis (autoimmune Thyroiditis), subakute schmerzhafte Thyroiditis (granulomatöse Thyroiditis) und subakute schmerzlose Thyroiditis (lymphozytäre Thyroiditis, Post-partum-Thyroiditis).


Hashimoto-Thyroiditis:

Dieses ist die häufigste Form der Schilddrüsenentzündung und auch die häufigste Ursache für eine Unterfunktion. Aus unbekannten Gründen schädigt der Körper sich selbst (Autoimmunreaktion). Weiße Blutkörperchen dringen in die Schilddrüse ein und es bilden sich Antikörper, die das Organ angreifen. Oft leiden Menschen mit Hashimoto-Thyroiditis unter weiteren Erkrankungen wie Diabetes, einer Unterfunktion der Nebennieren und Nebenschilddrüsen sowie anderen Autoimmunkrankheiten wie perniziöser Anämie oder rheumatoider Arthritis.


Die Hashimoto-Thyroiditis tritt vornehmlich bei älteren Frauen auf und das familiär gehäuft. Die Krankheit betrifft öfter Menschen mit Chromosomenstörungen, wie Down-, Turner- und Klinefelter-Syndrom.


Hashimoto-Thyroiditis beginnt oft mit einer schmerzlosen, starken Vergrößerung der Schilddrüse oder einem Völlegefühl im Hals. Das Drüsengewebe ist gummiartig und fühlt sich manchmal klumpig an. Etwa die Hälfte der Betroffenen entwickelt eine Unterfunktion der Schilddrüse. Bei den meisten anderen bleibt die Drüsenfunktion normal, nur bei wenigen wird die Schilddrüse zuerst überaktiv, bevor es zur Unterfunktion kommt.


Der Arzt macht einen Schilddrüsenfunktionstest, um die Drüsenfunktion zu prüfen.
Ein Bluttest kann die Schilddrüsenantikörper zeigen. Der Spiegel des thyroideastimulierenden Hormons (TSH) wird gemessen, um sicherzugehen, dass keine Unterfunktion vorliegt.


Für die Hashimoto-Thyroiditis gibt es keine spezifische Behandlung. Bei den meisten Menschen stellt sich mit der Zeit eine Unterfunktion ein. Dann müssen sie lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen. Diese helfen auch, den Umfang der Schilddrüse zu verkleinern. Menschen mit der Hashimoto- Thyroiditis sollten extremen Jodkonsum vermeiden.

Subakute schmerzhafte Thyroiditis:

Die subakute schmerzhafte Thyroiditis tritt gewöhnlich ganz plötzlich auf. Die Schilddrüse setzt übermäßig viel Schilddrüsenhormon frei, was zur Überfunktion führt, der fast immer eine vorübergehende Unterfunktion folgt bis die Schilddrüse schließlich wieder normal funktioniert.


Die subakute schmerzhafte Thyroiditis tritt oft nach einer Viruserkrankung auf und beginnt mit den Beschwerden eines entzündeten Rachens. In Wirklichkeit sind es aber Halsschmerzen im Bereich der Schilddrüse. Die Kranken sind sehr müde. Die Schilddrüse wird zunehmend empfindlich und der Kranke bekommt leichtes Fieber. Der Schmerz kann von einem Bereich im Hals zum anderen wandern, sich auf den Kiefer und die Ohren ausbreiten und heftiger schmerzen, wenn man den Kopf dreht oder schluckt. Subakute schmerzhafte Thyroiditis wird manchmal auch als Zahnproblem und Rachen- oder Ohrinfektion fehlgedeutet.


Generell vergeht diese Form der Thyroiditis innerhalb weniger Monate von selbst. Die meisten Menschen erholen sich davon vollständig. Manchmal kehrt sie aber zurück oder – seltener – schädigt die Schilddrüse so weit, dass eine Unterfunktion zurückbleibt.


Acetylsalicylsäure und nichtsteroidale Entzündungshemmer können Schmerzen und Entzündung lindern. In schweren Fällen kann mit Kortison behandelt werden, welches nach sechs bis acht Wochen abgesetzt wird. Geschieht dies abrupt oder zu früh, kehren die Symptome oft mit voller Stärke zurück. Bei ernsten Symptomen der Überfunktion kann ein Betablocker helfen.

Subakute schmerzlose Thyroiditis:

Die Form der Schilddrüsenentzündung tritt typischerweise bei Frauen unmittelbar nach Geburt eines Kindes auf, wobei sich die Schilddrüse vergrößert, aber nicht druckempfindlich wird. Die Erkrankung wiederholt sich bei jeder folgenden Schwangerschaft. Mehrere Wochen bis Monate leidet die Frau unter einer Schilddrüsenüberfunktion, gefolgt von einer Unterfunktion, bevor das Organ seine normale Funktion allmählich zurückgewinnt.


Die Überfunktion kann eine Behandlung über mehrere Wochen erforderlich machen, oft mit einem Betablocker wie Propranolol. Während der Zeit der Unterfunktion braucht die Betroffene möglicherweise Schilddrüsenhormone, gewöhnlich nur für ein paar Monate. Bei einigen der Erkrankten bleibt die Unterfunktion jedoch bestehen, diese Menschen müssen dann dauerhaft Schilddrüsenhormone einnehmen.

Publikationsdatum:   12.01.14
Datum geändert:  14.06.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

SchwerpunkteMehr

Ähnliche Dokumente

Spritze oder Tabletten – Warum nicht jeder Diabetiker das Gleiche bekommt
Spritze oder Tabletten – Warum nicht jeder Diabetiker das Gleiche bekommt
Die Zuckerkrankheit (medizinisch: Diabetes mellitus) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel zu stark ansteigt, weil der Körper Kohlenhydrate wie Zucker nur noch ungenügend verwerten kann. Man unterscheidet zwei Formen: Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Typ-1-Patienten müssen auf jeden Fall Insulin spritzen. Der Typ 2 wird auch „Alterszucker“ genannt, weil er sich meistens erst im fortgeschrittenen Alter bemerkbar macht. Dieser Diabetes lässt sich im Anfangsstadium noch mit Tabletten behandeln. Ab einem gewissen Punkt aber müssen auch Diabetiker mit Typ-2-Diabetes Insulin spritzen. Mindestens 8 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Diabetes, darum spricht man von einer Volkskrankheit. Die meisten Patienten, nämlich etwa 95 Prozent, leiden am Diabetes vom Typ 2.
Weiterlesen
Text
Was tun bei einer vergrößerten Schilddrüse?
Was tun bei einer vergrößerten Schilddrüse?
Eine vergrößerte Schilddrüse wird auch als Kropf oder Struma bezeichnet. In Deutschland haben fast 30 Prozent der Bevölkerung einen Kropf. Häufigste Ursache ist eine zu geringe Jodaufnahme mit der Nahrung. Wichtig ist das rechtzeitige Erkennen der beginnenden Schilddrüsenvergrößerung.
Weiterlesen
Text
Leitfaden für Patienten nach Schilddrüsen-Operation
Leitfaden für Patienten nach Schilddrüsen-Operation
Die Schilddrüsen-Operation ist mittlerweile ein Routineeingriff und gehört mit zu den häufigsten Operationen überhaupt. Sie erfolgt unter Vollnarkose des Patienten. Komplikationen sind insgesamt selten. Im Anschluss an die Operation ist meist die regelmäßige Einnahme von Medikamenten erforderlich.
Weiterlesen
Text

Diese Website ersetzt keinen Arztbesuch!