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Prävention - Früherkennung

Was Sie über Schlafmittel wissen sollten

Was Sie über Schlafmittel wissen sollten

Schlafmittel sind Medikamente, die das abendliche Einschlafen sowie das Durchschlafen fördern sollen. Sie basieren auf synthetisch hergestellten oder natürlich vorkommenden pflanzlichen Wirkstoffen. Der Einsatz von Schlafmitteln sollte sehr gut überlegt werden, da häufig alternative Methoden genauso gut helfen.


Was sind Schlafmittel?

  • Als Schlafmittel können verschiedene Substanzen eingesetzt werden, angefangen von pflanzlichen Mitteln bis hin zu sehr starken, verschreibungspflichtigen Medikamenten.
  • Durch den Einsatz von Schlafmitteln soll Patienten wieder der nötige erholsame Schlaf ermöglicht werden.
  • Eine Schlafmitteltherapie ist bei Patienten sinnvoll, die unter ihrer Schlafstörung erheblich leiden und dringend einer Entlastung durch Verbesserung des Schlafes bedürfen. Wichtig zu wissen ist, dass durch Schlafmittel die Schlafstörung nicht geheilt wird, sondern die Beschwerden nur vorübergehend beseitigt werden.
  • Etwa ein Viertel der betroffenen Menschen mit Schlafstörungen nimmt verschreibungspflichtige Schlafmittel ein.

Pflanzliche Schlafmittel

  • Es gibt Pflanzen, die beruhigende und zum Schlaf anregende Inhaltsstoffe besitzen. Die am häufigsten verwendeten Pflanzen mit schlaffördernden Bestandteilen sind Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, Maulbeere und Melisse.
  • Pflanzliche Schlafmittel sind meist rezeptfrei erhältlich.
  • Die Wirksamkeit ist bei den geläufigen pflanzlichen Schlafmitteln meist nur relativ schwach ausgeprägt. Daher werden die pflanzlichen Schlafmittel eher zur Beruhigung und Schlafeinleitung verwendet. Sie eignen sich nicht als Durchschlafmittel.

Synthetische Schlafmittel

  • Viele der synthetisch hergestellten Schlafmittel sind verwandt mit Beruhigungsmitteln. Die meisten dieser Schlafmittel müssen vom Arzt verschrieben werden.
  • Die Schlafmittel sind in ihrer Wirkungsweise sehr unterschiedlich. Manche Mittel haben eine sehr kurze Wirkungsdauer. Sie sind als Einschlafmittel geeignet. Stärkere Mittel und vor allem solche mit einer längeren Wirkungsdauer verwendet man, um das Durchschlafen zu ermöglichen.
  • Die meisten der Schlafmittel bergen ein Risiko der Abhängigkeit. Daher sollte die Einnahme stets in Absprache mit einem Arzt erfolgen, um das Suchtrisiko zu reduzieren.
  • Am häufigsten werden die sogenannten Benzodiazepine verordnet. Zu dieser Substanzgruppe gehört auch der bekannte Wirkstoff Diazepam.

Probleme durch die Einnahme von Schlafmitteln

  • Schlafmittel bringen oft das Risiko mit sich, dass sie abhängig machen können. Hinzu kommt, dass meist nach längerem Einsatz die Wirkung nachlässt. Damit sind Schlafmittel in der Regel für eine kürzere Behandlungsdauer geeignet.
  • Wirkt ein Schlafmittel zunächst gut, so wird oft die Behandlung der eigentlichen Ursache der Schlafstörung vernachlässigt. Damit entsteht ein Teufelskreis. Lässt die Wirkung des Schlafmittels nach, so entsteht der Wunsch nach einem stärkeren Schlafmittel.

Alternativen zum Schlafmittel

  • Eine wichtige Rolle spielt die sogenannte Schlafhygiene. Dies meint die Beeinflussung des Schlafes durch Umgebungsfaktoren. Hierzu gehören ein gut gelüfteter und abgedunkelter Raum zum Schlafen sowie ein regelmäßiger Schlafrhythmus.
  • Auch Schlafrituale wie ein kleiner Abendspaziergang vor dem Zu-Bett-Gehen oder Entspannungsmethoden wie autogenes Training vor dem Einschlafen können sehr hilfreich sein.

Wann sollten Schlafmittel eingesetzt werden?

  • Eine Behandlung mit Schlafmitteln sollte nur erfolgen, wenn die Schlafprobleme sehr ausgeprägt sind. Die Behandlung kann sehr gut mit einem milden, pflanzlichen Schlafmittel begonnen werden.
  • Bei kurz andauernden Schlafstörungen, die als Folge eines Stressfaktors oder einer sehr belastenden Situation auftreten, sind Schlafmittel eine sinnvolle und wirkungsvolle Therapie. Durch den besseren Schlaf kommt es zu einer schnellen Entlastung des Körpers. Die Schlafmitteleinnahme sollte nur zeitlich begrenzt erfolgen und wenige Wochen nicht überschreiten.
  • Bei chronischen Schlafstörungen können Schlafmittel die Behandlung unterstützen. Wichtig ist, dass die ursächliche Erkrankung ebenfalls behandelt wird. Dies kann eine psychische als auch körperliche Erkrankung sein, bei der die Schlafstörungen beispielweise durch chronische Schmerzen verursacht werden.

 

Richtig eingesetzt, können Schlafmittel eine wichtige Hilfe für die Betroffenen bedeuten. Ein Einsatz von Schlafmitteln über mehrere Wochen sollte in jedem Fall mit dem Arzt besprochen werden.

 

Publikationsdatum:   12.01.13
Datum geändert:  14.06.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

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