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Praktische Tipps

Vergiftungen

Vergiftungen

Als Vergiftung (Intoxikation) bezeichnet man das Eindringen von Giften in den Körper. Dabei können diese Substanzen schnell (z. B. durch Schlucken oder Einatmen) in den Körper gelangen oder über einen längeren Prozess beispielsweise über die Haut aufgenommen werden.


Was sind Anzeichen einer Vergiftung?

Vergiftungssymptome sind meist unspezifisch. Oftmals ist auch gar nicht sofort ersichtlich, dass es sich um eine Vergiftung handelt.

Häufig auftretende Vergiftungssymptome sind

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Starkes schwitzen
  • Kopfschmerzen
  • Bewusstseinsstörung
  • Magenkrämpfe
  • Luftnot
  • Hautrötungen
  • Sehr weite oder sehr enge Pupillen
  • Durchfälle
  • sehr schneller oder sehr langsamer Puls
  • Verwirrtheit und Sprachstörungen

Was ist bei Vergiftungsanzeichen zu tun?

Akute Vergiftungen

  • Bei akuten Vergiftungen wurde der Betroffene kurzfristig mit einem Gift (Toxin) konfrontiert. Dies kann beispielsweise ein verdorbenes Essen, das Einatmen von giftigen Dämpfen oder ein Schlangenbiss sein.
  • Grundsätzlich muss der Patient zunächst aus einer möglichen Gefahrenzone entfernt werden. Wichtig für den Ersthelfer ist, dass er sich nicht selbst in Gefahr bringt.
  • Auf keinen Fall versuchen den Betroffenen zum Erbrechen zu bringen, dies kann lebensbedrohliche Komplikationen nach sich ziehen.
  • Es ist in jedem Fall ein Rettungsteam über die Notrufnummer  112 zu verständigen. Hier wird aufgrund der Angaben der Helfer entschieden, ob ein Rettungswagen oder auch der Notarzt eingesetzt wird. Wenn möglich, sollten Reste der Gifte (Medikamentenverpackungen, Essensreste, Getränkereste etc.) gesichert werden. Anhand dieser kann das Rettungsteam konkrete Maßnahmen einleiten.
  • Die genauen Anwendungen, mit denen der Patient behandelt wird, werden oft in Abstimmung mit spezialisierten Gift-Zentralen abgestimmt. Dort können auch alle Bürger direkt anrufen und sich beraten lassen.

Hier eine Liste der Giftnotruf-Zentralen in Deutschland:

  • Berlin & Brandenburg: Berliner Betrieb für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben (BBGes) (030-19240)
  • Nordrhein-Westfalen: Informationszentrale gegen Vergiftungen des Landes NRW am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikum Bonn (0228-19240)
  • Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen (GGIZ) in Erfurt (0361-730730)
  • Baden-Württemberg: Informationszentrale für Vergiftungen der Universitätsklinik Freiburg (0761-19240)
  • Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein: Giftinformationszentrum Nord , Universität Göttingen (GIZ-Nord) (0551-19240)
  • Saarland: Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Homburg/Saar (06841-19240)
  • Rheinland Pfalz, Hessen: Beratungsstelle bei Vergiftungen Mainz – Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen – Klinische Toxikologie – II. Medizinische Klinik und Poliklinik der Universität Mainz (06131-19240)
  • Bayern: Giftnotruf München der Technischen Universität München im Klinikum Rechts der Isar (089-19240) und Giftinformationszentrale Nürnberg am Klinikum Nürnberg (0911-3982451)

Chronische Vergiftungen

  • Chronische Vergiftungen sind Folge einer Zuführung von Giftstoffen über einen längeren Zeitraum, beispielsweise durch arbeiten mit Asbest.
  • Eine solche Problematik tritt vordringlich im Bereich der Arbeitsmedizin auf, wenn Mitarbeiter längere Zeit bestimmten Gasen oder anderen krankmachenden Stoffen ausgesetzt sind. Hier ist primär eine möglichst frühzeitige Diagnostik erforderlich. Das bedeutet, dass bei einem Auftreten von unklaren Beschwerden jeglicher Art ein Arzt aufgesucht werden muss. Wenn Sie den Verdacht haben, dass bestimmte Beschwerden (z. B. chronische Kopfschmerzen, Atemwegsreizungen, etc.) mit der Arbeitsplatzumgebung zu tun haben, sollten Sie einen Arbeitsmediziner bzw. Ihren Betriebsarzt aufsuchen.

Bei Verdacht auf eine akute Vergiftung ist immer rasches und zielgerichtetes Handeln nötig. Es muss in jedem Fall eine Rettungsstelle unter der Rufnummer 112 verständigt werden. Neben den Erstmaßnahmen und dem Notruf ist auch der Kontakt mit der Giftzentrale zu empfehlen.

Stand: August 2012

Publikationsdatum:   16.03.11
Datum geändert:  02.10.12
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

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