Zum Inhalt
Sie befinden sich hier:  Home  > Weitere Informationen  > Therapie

Weitere Informationen

Therapie

Migräne bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen

Migräne bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen

Bei Kindern, älteren Menschen und bei Frauen in der Schwangerschaft tritt Migräne mitunter in besonderen Formen auf oder es kann zu Veränderungen im Krankheitsbild kommen.


Migräne bei Kindern

  • Auch Kinder können an Migräne erkranken, insbesondere dann, wenn die Eltern bereits an dieser Erkrankung leiden.
  • Migräne tritt frühestens um das dritte oder vierte Lebensjahr auf.
  • Im Schnitt kommt es bei Kindern zu einem Migräne-Anfall pro Monat, wobei die Attacken in der Regel nur einige Stunden anhalten. Der Mittelwert liegt bei etwa vier Stunden. Auch sind die Kopfschmerzen nicht so stark, vielmehr stehen vegetative Erscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen im Vordergrund.
  • Tritt eine Migräne-Attacke auf, handeln Kinder instinktiv richtig: Sie vermeiden laute sowie helle Reize und suchen freiwillig das Bett auf. Nachdem sie einige Stunden geschlafen haben, geht es ihnen meist deutlich besser.
  • Bei Kindern gibt es zwei Sonderformen der Migräne, die ohne Kopfschmerzen vorkommen:
    • das zyklische Erbrechen und
    • der periodische Schwindel.
  • Ersteres tritt ohne erkennbare Ursache auf und äußert sich durch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.
  • Beim periodischen Schwindel kommt es zu heftigem Drehschwindel, Übelkeit und Erbrechen.
  • Bei der Hälfte der jungen Patienten verschwindet die Migräne in der Pubertät, bei der anderen Hälfte besteht sie fort.
  • Die Behandlung mit Medikamenten muss bei Kindern anders als bei Erwachsenen erfolgen. Vorwiegend werden Mittel gegen die Übelkeit und Paracetamol gegeben. Die Migränemedikamente für Erwachsene dürfen nicht gegeben werden.

Migräne in der Schwangerschaft

  • In der Schwangerschaft bessern sich Kopfschmerzen in den meisten Fällen oder verschwinden sogar ganz.
  • Untersuchungen belegen, dass dies bei etwa 80 Prozent der Frauen der Fall ist.
  • Auffallend ist darüber hinaus, dass sich die Form der Migräne verändern kann. Wenn Frauen vor ihrer Schwangerschaft an einer Migräne mit Aura gelitten haben, verschwindet dieses Frühstadium einer Migräne-Attacke während der Schwangerschaft bei fast der Hälfte der Betroffenen. Oft kommen die Attacken aber nach der Geburt wieder und verschwinden dann häufig auch bei nachfolgenden Schwangerschaften nicht mehr.
  • Kopfschmerzen sollten während einer Schwangerschaft möglichst ohne Medikamente behandelt werden, etwa mit Entspannungstechniken oder Lymphdrainagen.
  • Die Behandlung mit Migränemedikamenten ist in der Schwangerschaft und Stillzeit möglich. Sie sollte nur bei starker Migräne und nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Migräne im Alter

  • Jeder dritte Kopfschmerzpatient in Deutschland ist über 65 Jahre alt. Der Anteil der Migräne-Patienten liegt dabei unter 10 Prozent. Damit ist belegt, dass Migräne im Alter seltener ist.
  • Bei Frauen nach den Wechseljahren sinkt meist die Häufigkeit der Migräne-Attacken. Allerdings gilt das nicht generell: Mitunter kann die Migräne bleiben oder schlimmer werden.
  • Ältere Männer haben insgesamt seltener Kopfschmerzen und auch weniger Probleme mit Migräne.
  • Spezielle Therapieempfehlungen für ältere Kopfschmerzpatienten gibt es nicht. Allerdings verengen bestimmte Migräne-Medikamente wie Mutterkornalkaloide oder Triptane die Gefäße. Deshalb sollten Migräne-Patienten, die zudem an koronarer Herzkrankheit leiden, mit ihrem Arzt darüber sprechen, ob sie weiterhin ihre gewohnten Medikamente einnehmen dürfen.

Drei bis vier Prozent aller Kinder haben Migräne. Dabei leiden sie vor allem unter den Begleiterscheinungen wie Erbrechen und Bauchschmerzen. Eine Sonderform der Migräne bei Kindern tritt ohne Kopfschmerzen auf.

 

Während einer Schwangerschaft treten in vielen Fällen keine Migräne-Attacken auf, jedoch verändert sich manchmal die Form der Migräne. Nach der Geburt zeigen sich die Migräne-Kopfschmerzen aber meist wieder.

 

Zwar kann sich die Migräne im Alter bessern, doch sie verschwindet oft nicht vollständig. Werden Medikamente dagegen eingenommen, sollten diese auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln überprüft werden.

Stand 08.2010

Publikationsdatum:   11.03.11
Datum geändert:  27.04.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

Neurologie

SchwerpunkteMehr

Ähnliche Dokumente

Migräne – Definition, Formen, Ursachen
Migräne – Definition, Formen, Ursachen
Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Etwa jeder Zehnte leidet regelmäßig an Migräne-Attacken. Die Krankheit setzt oft während der Pubertät ein und betrifft mehr Frauen als Männer.
Weiterlesen
Text
Alzheimer
Alzheimer
Zu Beginn einer Alzheimer-Erkrankung bemerkt der Betroffene keinerlei Probleme. Es sind sein Umfeld und natürlich auch sein Arzt, die die ersten Anzeichen der Alzheimer-Krankheit beobachten. Im Folgenden werden Ihnen typische Anzeichen für das erste Stadium der Erkrankung vorgestellt.
Weiterlesen
Text
Bandscheibenvorfall
Bandscheibenvorfall
Bei einem Bandscheibenvorfall reißt die zähe Hülle einer Bandscheibe an einer brüchigen Stelle auf, und der weiche Kern wölbt sich nach außen. Ein Bandscheibenvorfall verursacht Schmerzen, weil er auf die nächstgelegene Nervenwurzel an der Wirbelsäule drückt. Manchmal kommt es auch zu Nervenschäden.
Weiterlesen
Text

Diese Website ersetzt keinen Arztbesuch!