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Warum wirken Medikamente bei älteren Menschen anders?

Warum wirken Medikamente bei älteren Menschen anders?

Ältere Menschen leiden oft an mehreren Erkrankungen gleichzeitig und müssen daher häufig auch diverse Medikamente einnehmen. Oft beeinflussen sich Arzneimittel in ihren Wirkungen gegenseitig. Bei älteren Patienten tritt die Wirkung von Medikamenten durch altersbedingte Stoffwechselveränderungen oft anders ein als bei jüngeren Menschen. Auch sind Nebenwirkungen dann häufiger.


Im Alter arbeitet der Stoffwechsel langsamer

  • Im Alter verändern sich die Körperfunktionen. Daher können Medikamente unter Umständen verzögert, verlängert, verstärkt oder vermindert wirken.
  • Der Magen produziert weniger Säure und die Darmbewegungen werden träger. Dadurch gelangen Medikamente bei älteren Patienten langsamer in die Blutbahn und wirken unter Umständen verzögert.
  • Auch die Nieren- und Leberfunktionen verschlechtern sich im Laufe des Lebens, ohne dass unbedingt eine Erkrankung dieser Organe vorliegen muss. Das bedeutet, dass Medikamente langsamer ausgeschieden werden, also länger im Körper verbleiben und die Wirkung daher auch länger anhält.
  • Weiterhin verändert sich die Zusammensetzung des Körpers mit zunehmendem Alter. Die Muskelmasse sowie der Wassergehalt des Körpers nehmen ab, der Fettgehalt hingegen nimmt zu. Dies führt dazu, dass sich Wirkstoffe im Körper anders verteilen.
  • Auch kann es vorkommen, dass Medikamente bei älteren Patienten völlig anders wirken als erwartet. Der Arzt spricht dann von einer paradoxen Reaktion. Dies gilt vor allem für Beruhigungs- und Schlafmittel, die plötzlich die Wirkung eines Aufputschmittels erzeugen. Wie es zu solchen Reaktionen kommen kann, ist bislang nicht sicher geklärt.

Neben- und Wechselwirkungen

  • Viele alte Menschen leiden an mehreren Erkrankungen gleichzeitig, für die sie Medikamente einnehmen müssen. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen sind typische Erkrankungen, die die tägliche Einnahme mehrerer Medikamenten erfordern. So kommt es nicht nur zu vermehrten Nebenwirkungen. Die Medikamente beeinflussen sich auch gegenseitig, sodass zusätzlich unerwünschte Wechselwirkungen auftreten können.

Worauf ist zu achten?

  • Wichtig ist es, den Überblick zu behalten. Der Hausarzt wird auf die Verträglichkeit der Medikamente achten und auch die Dosis individuell verordnen.
  • Zudem ist es relevant, sich an die Einnahmeempfehlungen des Arztes zu halten. Bei Unklarheiten sollte man seinen Arzt immer um eine verständliche Erklärung zur Anwendung der Medikamente bitten und nicht eigenmächtig eine Tablette weglassen oder zusätzlich einnehmen.
  • Der Patient sollte seinem Hausarzt immer alle Medikamente mitteilen, die er einnimmt. Dazu gehören auch
    • nicht verschreibungspflichtige Arzneien
    • pflanzliche Präparate
    • Stärkungsmittel

die eigenständig in der Apotheke gekauft werden können. Nur dann kann der Arzt Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten sicher erkennen und beurteilen.

Praktische Probleme bei der Einnahme von Medikamenten

  • Nicht selten führen auch Einnahmefehler zu unerwünschten Wirkungen einer Medikamententherapie. Für viele ältere Menschen ist es besonders schwierig, viele verschiedene Arzneimittel zu verschiedenen Tageszeiten in unterschiedlicher Dosierung einzunehmen.
  • Sehstörungen, Vergesslichkeit und andere gesundheitliche Probleme führen zu unbeabsichtigten Fehlern bei der Einnahme. Der Patient sollte daher seinen Hausarzt darum bitten, die Anzahl und unterschiedliche Einnahmezeiten der Arzneimittel möglichst gering zu halten. Es gibt beispielsweise Kombinationen, die mehrere verschiedene Wirkstoffe in einer Tablette enthalten oder Medikamente, die lange wirken und daher nur einmal statt mehrmals täglich eingenommen werden müssen.
  • Spezielle Dosierhilfen erleichtern die Medikamenteneinnahme. Darin werden die Präparate nach Wochentagen und Tageszeiten aufbewahrt und eingenommen.

Im Alter wirken Medikamente häufig verlängert, verstärkt oder vermindert. Die Anweisungen des Arztes zur Medikamenteneinnahme sollten Patienten gewissenhaft einhalten.

Publikationsdatum:   11.03.11
Datum geändert:  14.06.11
 
 

Wir über uns

Priv. Doz. Dr. med. Hans Jörg Stürenburg, Privatambulanz Neurologie Chefarzt

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